Krankheitskosten in der Steuererklärung: Welche Belege solltest du aufbewahren?
von Rahma Hassan · Gründerin pia®, LL.B. Steuerrecht & M.A. Wirtschaft und Management
Das Wichtigste in Kürze:
Selbst getragene Krankheitskosten können unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigt werden. Abziehbar ist jedoch grundsätzlich nur der Teil, der dir nach Erstattungen durch PKV und Beihilfe tatsächlich verbleibt und deine zumutbare Belastung übersteigt. Eine vollständige digitale Ablage von Rechnungen, Verordnungen, Zahlungsnachweisen und Erstattungsbescheiden erleichtert die Vorbereitung der Steuererklärung.
Warum Gesundheitskosten auch für die Steuer wichtig sein können
Im Laufe eines Jahres kommen schnell viele Beträge zusammen: Arztrechnungen, Zahnarztkosten, Medikamente, Hilfsmittel oder verordnete Therapien. Was einzeln überschaubar wirkt, kann in der Summe steuerlich relevant werden.
Nach § 33 Einkommensteuergesetz können zwangsläufig entstandene außergewöhnliche Aufwendungen die Einkommensteuer mindern. Krankheitskosten gehören grundsätzlich zu den Aufwendungen, die in Betracht kommen können. Berücksichtigt wird jedoch nur der Betrag oberhalb der individuell berechneten zumutbaren Belastung. Diese richtet sich insbesondere nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Familienstand und der Zahl der Kinder.
Nur die eigene wirtschaftliche Belastung zählt
Für deine Steuererklärung ist nicht allein die ursprüngliche Rechnungssumme entscheidend. Erstattungen deiner PKV, deiner Beihilfestelle oder anderer Kostenträger mindern regelmäßig den Betrag, den du selbst getragen hast.
Ein Beispiel: Eine Behandlung kostet 1.200 Euro. Deine PKV und die Beihilfe erstatten zusammen 900 Euro. Deine tatsächliche Belastung beträgt dann grundsätzlich 300 Euro. Ob und in welchem Umfang sich dieser Betrag steuerlich auswirkt, hängt von deinen persönlichen Verhältnissen und den weiteren berücksichtigungsfähigen Aufwendungen des Jahres ab.
Diese Unterlagen solltest du geordnet sammeln
Für eine nachvollziehbare Dokumentation sind insbesondere sinnvoll:
Arztrechnungen und Rechnungen anderer Leistungserbringer
Rezepte und ärztliche Verordnungen
Rechnungen über Medikamente, Heilmittel und Hilfsmittel
Zahlungsnachweise, beispielsweise Kontoauszüge
Leistungsabrechnungen deiner PKV
Beihilfebescheide
Ablehnungen oder Kürzungsmitteilungen der Kostenträger
Für bestimmte Maßnahmen verlangt § 64 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung besondere Nachweise. Bei Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln ist beispielsweise grundsätzlich eine Verordnung erforderlich. Für einzelne Maßnahmen kann sogar ein vor Beginn ausgestelltes amtsärztliches Gutachten oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes notwendig sein.
Warum die Ablage nach Personen besonders hilfreich ist
In Familien gehören Rechnungen häufig zu unterschiedlichen versicherten oder beihilfeberechtigten Personen. Für die Steuererklärung muss später trotzdem nachvollziehbar bleiben, welche Kosten entstanden, bezahlt und erstattet wurden.
Eine Sortierung nach Person und Bearbeitungsstatus hilft dir dabei, Rechnung, Zahlung und Erstattung zusammenzuführen. So erkennst du schneller, welcher Eigenanteil tatsächlich verblieben ist und welche Unterlagen noch fehlen.
So unterstützt dich pia® bei der Vorbereitung
Mit der kostenlosen pia® App kannst du Gesundheitsrechnungen scannen oder digital von registrierten Praxen empfangen. Du verwaltest die Belege zentral, ordnest sie den richtigen Personen zu und behältst Einreichung, Erstattung und Zahlung im Blick.
pia® erstellt keine Steuererklärung und nimmt keine steuerliche Prüfung vor. Die App hilft dir jedoch, die dafür relevanten Unterlagen übersichtlich zu organisieren. Ob ein Aufwand im konkreten Einzelfall abzugsfähig ist, entscheidet das Finanzamt nach den gesetzlichen Voraussetzungen.
Auch Praxen schaffen einen wichtigen Synergieeffekt
Wenn eine Praxis ihre Privatrechnungen digital über pia® zustellt, erhalten Patienten einen lesbaren und dauerhaft verfügbaren Beleg. Das erleichtert nicht nur Zahlung und Einreichung, sondern auch die spätere Dokumentation. Gleichzeitig muss das Praxisteam seltener verlorene Rechnungen erneut versenden.
Für Privatpatienten: Lade pia® kostenlos herunter und registriere dich. Sammle deine Gesundheitsrechnungen zentral und behalte Erstattungen und verbleibende Eigenanteile übersichtlich im Blick.
Für Praxen: Registrieren Sie Ihre Praxis bei pia®. Mit der digitalen Rechnungszustellung erleichtern Sie Ihren Patienten die weitere Verwaltung und reduzieren Medienbrüche auf beiden Seiten.
Häufige Fragen: Krankheitskosten und Steuer
Sind alle Krankheitskosten vollständig steuerlich absetzbar?
Nein. Es gelten gesetzliche Voraussetzungen. Außerdem wirkt sich grundsätzlich nur der selbst getragene Teil aus, der die persönliche zumutbare Belastung übersteigt.
Muss ich Erstattungen von PKV und Beihilfe abziehen?
Ja, soweit sie die geltend gemachten Aufwendungen betreffen. Steuerlich relevant ist grundsätzlich deine endgültige wirtschaftliche Belastung.
Reicht die Rechnung als Nachweis immer aus?
Nicht in jedem Fall. Je nach Art der Aufwendung können eine ärztliche Verordnung oder besondere, vorab ausgestellte Bescheinigungen erforderlich sein.
Ersetzt pia® eine steuerliche Beratung?
Nein. pia® unterstützt die strukturierte Belegverwaltung. Für die steuerliche Beurteilung deines Einzelfalls solltest du dich an eine steuerberatende Person oder das Finanzamt wenden.
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.
Quellen
Über die Autorin
Rahma Hassan ist Gründerin und CEO von pia®, LL.B. Steuerrecht und M.A. Wirtschaft und Management. Rahma ist selbst privat versichert und schreibt über PKV, Beihilfe und alles, was Privatversicherten den Papierkram erleichtert. Mehr über Rahma